MOSIDI unterstützt die Open Data-Nutzung im Projekt OPEN_HERZ

Die Stadt Herzberg (Elster) wurde im bundesweiten Wettbewerb „Land.OpenData“ zusammen mit sieben weiteren Kommunen ausgewählt und erhält eine Förderung aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus) des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).

Fünf Personen stehen vor einer blauen Wand mit dem Schriftzug »ZUKUNFTS FORUM Ländliche Entwicklung«, eine Person hält eine Förderurkunde in der Hand.
V.l.n.r.: Bürgermeister Karsten Eule-Prütz (Stadt Herzberg), Leonard Higi (FHP, InNoWest), Projektleiterin Stephanie Kuntze (Stadt Herzberg), Prof. Dr. rer. nat. Heike Neuroth (FHP, InNoWest), Filip Bak (BMLEH). © FHP

Am 21. Januar 2026 erfolgte die feierliche Förderbescheidübergabe für das Open-Data-Projekt „OPEN_HERZ“ im Rahmen des 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung 2026 in Berlin durch die Parlamentarische Staatssekretärin des BMLEH, Martina Englhardt-Kopf.

Die Stadt Herzberg startet das Modellprojekt „OPEN_HERZ“, das zeigen soll, wie Open Data als Motor für Innovation, Bürgerbeteiligung und nachhaltige Stadtentwicklung in kleinen Kommunen genutzt werden kann. Hierzu setzt sie in der Kooperation mit der Fachhochschule auch auf Expertise u.a. aus dem Bereich Datennutzung für Stadtentwicklung im derzeit laufenden Projekt MOSIDI, das in InNoWest im Team Digitalisierung an der Fachhochschule Potsdam entwickelt wird, sowie aus dem Masterstudiengang Urbane Zukunft. Gemeinsam werden Datensätze identifiziert, aufbereitet und in praxisnahen Beteiligungsformaten mit Verwaltung, Bürgerschaft und regionalen Akteuren diskutiert. So entsteht ein lebendiger Lernprozess zwischen Wissenschaft und kommunaler Praxis.

MOSIDI als technische Basis

Ein zentrales technisches Element des Projekts ist der Einsatz der Open-Source-Infrastruktur MOSIDI. Sie ermöglicht es, offene Daten unterschiedlicher Anbieter und kommunale Daten zusammenzuführen und zu verschneiden, als Open Data bereitzustellen und für vielfältige Anwendungen nutzbar zu machen. Herzberg (Elster) wird MOSIDI im Rahmen von OPEN_HERZ testen und für die kommunale Praxis anpassen – ein wichtiger Schritt, um digitale Selbstbestimmung und Datensouveränität auf lokaler Ebene zu stärken.

Beteiligung und Verstetigung

Das Projekt startete am 1. Januar 2026 und läuft bis zum 31. Dezember 2026. Eine zentrale Rolle spielt die neu eingerichtete Projektstelle für Transformations- und Open-Data-Management, die als Schnittstelle zwischen Verwaltung, Forschung und Bürgerschaft fungiert. Ziel ist es, die Potenziale offener Daten für mehr Transparenz, Innovation und Beteiligung sichtbar und nutzbar zu machen. Im Verlauf des Projekts werden Workshops, Schulungen, virtuelle Ausstellungen und Beteiligungsformate durchgeführt. Zum Abschluss entsteht ein kommunaler Umsetzungsplan, der beschreibt, wie Herzberg (Elster) den begonnenen Weg nach Projektende fortsetzen will – organisatorisch, technisch und strategisch.

Um die Potenziale offener Daten für alle erlebbar zu machen, plant die Stadt die Einrichtung einer digitalen Infostele auf dem Marktplatz. Sie soll künftig Echtzeitdaten zu Themen der Stadtentwicklung, wie Klima, Umwelt, Mobilität oder Demographie anzeigen und zeigen, wie kommunale Daten für Bürgerinnen und Bürger sichtbar, verständlich und nützlich werden.

Mit „OPEN_HERZ“ leistet die Stadt Herzberg (Elster) gemeinsam mit der Fachhochschule Potsdam einen Beitrag dazu, Open Data in den ländlichen Raum zu bringen – praxisnah, bürgerorientiert und wissenschaftlich fundiert. Der Transfergedanke aus InNoWest wirkt so über Nord-West-Brandenburg hinaus und trägt die Projektansätze des Verbundprojekts weiter. Das Projekt „OPEN_HERZ“ wird durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Räume (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert und durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreut.

Leonard Higi
Autor*in

Leonard Higi

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