Kurz geplaudert mit... Dr. Katharina Krüth

In dieser Ausgabe unseres Formats haben wir kurz geplaudert mit der Verbundkoordinatorin von InNoWest: Dr. Katharina Krüth. Sie rekapituliert bisher Erreichtes, erzählt was sie bei ihrer Arbeit motiviert und erklärt, warum Zeit im Projektprozess so wichtig ist.

Headerbild Katharina Krüth
Kurz geplaudert mit Dr. Katharina Krüth. © InNoWest, Lea Risch

Was ist deine persönliche Rolle im InNoWest-Projekt?

Katharina Krüth: Ich bin Verbundkoordinatorin von InNoWest und damit die Ansprechperson für hochschulübergreifende Fragen und Themen. Mit unseren Projekten möchten wir ja die zukunftsfähige Entwicklung in Nord-West-Brandenburg voranbringen. Gleichzeitig ist es uns im Team Strategie wichtig, unsere Erkenntnisse aus InNoWest auch an die drei Verbundhochschulen zurückzuspielen und damit quasi nach innen zu wirken, in die Hochschulen hinein. Wir möchten strategische Themen in Bezug auf Transfer dort voranbringen, z.B. durch den Transferbeirat oder den InNoWest Transferfonds.

Während meine drei Koordinationskolleg*innen eher für Fragen und Themen zuständig sind, die die einzelnen Hochschulen betreffen, bin ich dann die Person, die versucht, den Gesamtüberblick zu behalten und insgesamt zu schauen, wo wir als Verbund hinwollen.

Du hast vorher bereits in einem Verbundprojekt gearbeitet. Welche Erkenntnisse konntest du mit zu InNoWest bringen?

Katharina Krüth: Ich habe gelernt, dass Transferprojekte selten in einer direkten Linie verlaufen, sondern eher mit vielen Kurven. Manchmal denkt man nach einem Treffen: „Ach, das wird nichts.“ Dann vergeht eine gewisse Zeit, auf einmal passen die Kontextbedingungen besser und dann wird doch noch was draus. Manche Themen und Kooperationen brauchen Zeit.

Dr. Katharina Krüth und der Bürgermeister von Wittenberge Oliver Herrmann im Gespräch
Dr. Katharina Krüth und der Bürgermeister von Wittenberge Oliver Herrmann. © InNoWest, Florian Reischauer

Was motiviert dich besonders bei deiner Arbeit im Projekt?

Katharina Krüth: Wenn man mich fragt, was mir an InNoWest gefällt, sage ich immer: Gute Leute, gute Themen! Das ist es, was mich richtig motiviert. 
Ich habe wirklich das Gefühl, dass bei uns interessante Menschen zusammenkommen, die fachlich interessiert und gut in ihren Themen sind, aber eben auch wirklich offen, mit der Praxis zusammenzuarbeiten, manchmal ohne zu wissen, wo der Weg hinführt. Es sind für mich Kolleg*innen, die für ihre Themen brennen, die etwas bewegen wollen, die Lust haben, was in Brandenburg zu machen.

Außerdem finde ich es toll, dass alle drei Hochschulen gleichermaßen motiviert waren, diesen Verbund zu starten. Bei Verbünden haben nicht immer alle Lust auf Zusammenarbeit. Manchmal sind das auch politisch gewollte Konstellationen. Bei uns kam die intrinsische Motivation dazu. Ich bin auch sehr froh, dass die Transferstellen der drei Hochschulen Interesse haben, das Projekt zu begleiten und uns super unterstützen. 

Darüber hinaus haben wir für InNoWest nicht nur eine gute digitale, sondern auch vor Ort eine gute Infrastruktur. Es ist super, dass wir an allen drei Hochschulen und an unserem Transferort in Wittenberge die Gelegenheit haben, vor Ort zu arbeiten. So kann man mit den Kolleg*innen Mittagessen gehen und sich austauschen. Für eine kollegiale Atmosphäre macht das auf jeden Fall einen Unterschied. Man braucht damit bei uns zwar die Bereitschaft, regelmäßig durchs Land zu gondeln für Projekttreffen und Workshops. Aber ich habe den Eindruck, dass die Kolleg*innen das in der Mehrheit bereichernd finden, genauso wie ich selbst. Und das finde ich sehr schön.

Welche Projektziele wurden in der Region aus deiner Sicht bisher erreicht?

Katharina Krüth: Insgesamt ist es jetzt toll zu sehen, was für Dynamiken sich in den Projekten entwickelt haben. Ein Meilenstein war für mich das hochschulübergreifende Studienmodul „Ab an die Elbe“, das wirklich gutes Feedback von den Vereinen und Engagierten in der Prignitz bekommen hat. Das war ein langer Anlauf für die Kolleg*innen, die organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen und die verschiedenen Studiengänge und Akteur*innen gut zusammenzubringen.

Weitere Beispiele sind die Projekte MOSIDI oder Sensortechnik vom Team Digitalisierung, wo es Zeit gebraucht hat, um herauszufinden, mit wem man letztendlich zusammenarbeitet. Wir freuen uns, dass es hier nun die ersten Prototypen gibt. Als die Projekte ins Laufen gekommen sind und sichtbarer wurden, sind weitere Praxisakteur*innen mit Interesse auf uns zugekommen. Das zeigt für mich schon, dass die Auswahl der Projekte und Themen in die richtige Richtung geht und dass wir Bedarfe erfüllen können. 

Auch auf die Beiträge vom Team Umbau zu verschiedenen Gelegenheiten wie dem Potsdamer Tag der Wissenschaften, beim Symposium zum Gebäudetyp EW 58 oder dem Brandenburgischen Tag des nachhaltigen Planens und Bauens gab es sehr interessierte Resonanz. Es ist schön zu sehen, wie sich in der Praxis das Interesse weiterentwickelt und größer wird.

Für das Team Strategie sind besonders der Transferbeirat und der Transferfonds herauszuheben. Die zusätzlichen Projekte, die über den Fonds eine Förderung bekommen, können einen kleinen, aber feinen Unterschied machen. 

Katharina
Präsentation auf dem Verbundtreffen. © InNoWest, Florian Reischauer

Im Rückblick der letzten drei Jahre: In welcher Phase befindet sich das Projekt gerade?

Katharina Krüth: Wir sind gerade in der Phase der Umsetzung. Das haben wir beim Verbundtreffen letztes Jahr rekapituliert. Ich finde es cool, zu sehen, wie die Projekte zum Laufen gekommen sind. 
Jetzt sind wir an einem Punkt, wo wir feststellen, welche Projekte gut und welche nicht so gut funktionieren und wo wir die Kapazitäten zum Nachbessern haben. Gleichzeitig richten wir den Blick darauf, wo es hingehen kann. 
In den Teams haben nun auch mehr Diskussionen dazu angefangen, wie die Ergebnisse gut gesichert und in eine Weiternutzung gegeben werden können. Wir diskutieren auch, wann ein Projekt denn eigentlich zu Ende ist und wo es noch Kapazitäten für Neues gibt. 2025 und 2026 sind die Jahre, wo wirklich am meisten produziert wird und man gleichzeitig schon anfängt, die ersten Sachen zu ernten.

Katharina auf dem Boden sitzend.
Katharina in Aktion auf einer Konferenz . © InNoWest

Wo siehst du aktuell die größten Herausforderungen für den gesamten Verbund?

Katharina Krüth: Bei einem so großen Verbund hat man im Alltagsgeschäft immer Baustellen, bei sechs Teams und so vielen Beteiligten. Einerseits gibt es unterschiedliche fachliche Herangehensweisen in den interdisziplinären Teams, andererseits verschiedene Organisationskulturen an den drei Hochschulen. Wenn man gut ins Arbeiten gekommen ist, ist es auch wichtig, sich manchmal zurücknehmen und gucken, wo man hinsteuern will. Und das ist eine Herausforderung während der laufenden Projektarbeit.

Es beschäftigt uns außerdem die Frage der Verstetigung. Jetzt gilt es, genau zu schauen, welche Aspekte wir mit welchem Aufwand auch ohne InNoWest-Finanzierung weiterführen können. Gleichzeitig versuchen wir, rechtzeitig zu überlegen, wie wir weitere Projekte beantragen können und welche Vorhaben man an Einrichtungen an den Hochschulen, wie z.B. dem landesweiten Promotionskolleg übergeben kann.

Team MOSIDI im Gespräch
Dr. Katharina Krüth und Prof. Dr.-Ing. Ulrich Schwarz auf dem Potsdamer Tag der Wissenschaften. © InNoWest, Lea Risch

Was war dein Lieblingsmoment bei InNoWest?

Katharina Krüth: Die Retreats sind immer super. Weil sie inhaltlich sehr produktiv sind, man aber gleichzeitig dazu kommt, sich mit ganz unterschiedlichen Leuten zu unterhalten und einen Blick in die Arbeit der Teams zu werfen.
Ich mochte auch die beiden Potsdamer Tage der Wissenschaften sehr gerne, an denen wir mit InNoWest teilgenommen haben. Bei der Standbetreuung hatte ich die Gelegenheit, mehr in unsere Themen einzutauchen und zu sehen, wie diese außerhalb der Hochschulwelt in der Öffentlichkeit ankommen.

Was ist dein Lieblingsort in Brandenburg?

Katharina Krüth: Ob an der Elbe entlang, von Perleberg nach Wittenberge oder von Eberswalde nach Bernau – am schönsten fand ich es in den letzten Jahren, Radtouren durch Brandenburg zu machen und dabei hübsche Städte und schöne Strecken am Wasser entlang zu entdecken. Es gibt hier gute Radwege, viel Weite und tolle Bademöglichkeiten. Das mag ich sehr an Brandenburg.

Katharina
Katharina auf dem Verbundtreffen. © InNoWest, Florian Reischauer

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Dr. Katharina Krüth

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Verbundkoordination

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Erfahren Sie hier mehr zur Arbeit und den Projekten vom Team Strategie und Koordination. 

Lea Risch
Autor*in

Lea Risch

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