NoVa Leaves: Wie urbanes Laub Baustoffe widerstandsfähiger machen kann
Das Laub eines Baumes fungiert in der Natur wie eine hochspezialisierte Schutzhülle. Im Transferfonds Projekt NoVa Leaves wird daran geforscht, …
Zum Start von NoVa Leaves stand eine offene Frage im Raum: Lässt sich Herbstlaub aus urbanen Räumen funktionalisieren – lassen sich also Inhaltsstoffe aus dem Laub isolieren und anschließend mit ihren jeweiligen Eigenschaften gezielt in einen Baustoff einbringen? Lesen Sie hier die Ergebnisse des Projektes.

In dem vom InNoWest Transferfonds geförderten Projekt NoVa Leaves soll Herbstlaub aus urbanen Räumen als Rohstoff für eine stoffliche Verwertung in den Fokus gerückt werden. Konzipiert und durchgeführt wurde das Projekt von Thomas Berg, Prof. Dr. Tobias Cremer und Dr. Michael Otto. Die Dr. Otto GmbH brachte ihre Expertise in der Verarbeitung von Pflanzeninhaltsstoffen ein.
Geplant war ein mehrstufiger Weg: Sammlung und Charakterisierung des Laubs, Extraktion isolierbarer Inhaltsstoffe, Prüfung des Extrakts als Schutz gegen Pilzbefall und als Additiv für einen biobasierten Klebstoff, und schließlich die Verpressung von Laubmaterial und Bindemittel zu einem Festkörper. Was ist also aus diesem Fahrplan geworden, und was bedeutet das für den Transfer in die Praxis.
Untersucht wurden Stiel-Eiche und Platane, gesammelt im Herbst 2025 in Nord-West-Brandenburg. Die im Projektstart angekündigte Extraktion isolierbarer Inhaltsstoffe erfolgte ethanolisch bei der Dr. Otto GmbH in Wittenberge. Aus Laubart, Extraktion (mit/ohne) und Bindemittelanteil von 0 % oder 20 %) wurden acht Versuchskonfigurationen gebildet und im Labor der HNE Eberswalde verpresst.

Ja – mit Einschränkungen. Alle acht Konfigurationen ergaben formstabile Platten und bestätigen damit die inhärente Selbstbindung von Falllaub allein durch Hitze und Druck. Zugleich zeigten sich klare Grenzen:
Die zweite Prüfung betraf den Extrakt selbst: Taugt er als Wirkstoff gegen Schimmelpilze? Das Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung (ILU) e. V. hat gemeinsam mit der TH Brandenburg die Hemmwirkung der Laubextrakte gegenüber Pilzstämmen wie Neurospora crassa und Stachybotrys chartarum untersucht. Damit bekommt der ursprünglich als Nebenprodukt gedachte Extrakt ein eigenständiges Verwertungsprofil neben der Platte – eine Doppelverwertung aus einem einzigen kommunalen Reststoff.
Der bislang getestete, unverdünnte Extrakt konnte das Wachstum der beiden Pilzstämme nicht hemmen – ein Befund, der angesichts der eingeschränkten Diffusion wachsartiger Extrakte im Testmedium noch keine endgültige Bewertung der antimikrobiellen Wirkung der Gerbstoffe erlaubt.

Nicht alle Forschungsfragen konnten im Projekt abschließend beantwortet werden. Dennoch wurden einige Erkenntnisse gesammelt.

Bis Juli 2027 können sich alle Professor*innen und wissenschaftlichen Mitarbeitenden der drei Verbundhochschulen mit Projektideen bewerben – sobald sich Angehörige von mindestens zwei der drei Hochschulen zusammenfinden. Es werden sowohl Kleinförderungen bis 3000 €, als auch größere Förderprojekte bis 20.000 € finanziert.
Neben Transferprojekten und angewandter Forschung, ist auch die Vorarbeit zu Projektanträgen mit Bezug zum Wissens- und Technologietransfer und den Projektzielen von InNoWest förderfähig. Damit unterstützen wir sowohl die Zusammenarbeit zwischen den Verbundhochschulen als auch mit Praxispartner*innen.
Sie sind interessiert an einer Projektförderung? Informieren Sie sich zu weiteren Konditionen und kontaktieren Sie uns.

Koordination Transferort Wittenberge
Das Laub eines Baumes fungiert in der Natur wie eine hochspezialisierte Schutzhülle. Im Transferfonds Projekt NoVa Leaves wird daran geforscht, …

Mit Herbstlaub gedämmte Häuser und ein interaktives Citizen-Science-Projekt zur Stimmung in der Region …