Workshop in Angermünde: Schüler*innen reflektieren eigene Smartphone-Nutzung und entwickeln Ideen für nachhaltige Produkte

Bildung
Schüler*innen

Wie kann Digitalisierung nachhaltiger werden? Mit dieser Frage setzten sich 14 Schüler*innen der Freien Oberschule Angermünde bei einem Workshop der Präsenzstelle Schwedt | Uckermark im "Haus mit Zukunft" auseinander. Gemeinsam mit Marela Steinicke aus dem Team Partizipation entwickelten sie kreative Prototypen für digitale Produkte, die Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen berücksichtigen.

Schüler bei der Präsentation ihrer Workshopergebnisse. © InNoWest, Marela Steinicke

Welche Auswirkungen hat mein Smartphone auf die Umwelt?

Im Mittelpunkt des Workshops stand die Frage: Welche Auswirkungen haben digitale Technologien auf Mensch und Umwelt?

Dabei erfuhren die Jugendlichen, dass der größte Teil der Umweltbelastung digitaler Geräte bereits vor ihrer Nutzung entsteht: Für die Herstellung von Smartphones, Tablets oder Laptops werden große Mengen an Energie sowie wertvolle und teilweise seltene Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder seltene Erden benötigt. Deren Abbau belastet häufig Umwelt und Klima und ist vielerorts mit problematischen Arbeitsbedingungen verbunden. Hinzu kommen der steigende Strombedarf von Rechenzentren und Datennetzen sowie die wachsenden Mengen an Elektroschrott. 

Gemeinsam diskutierten die Schüler*innen deshalb, wie digitale Produkte langlebiger, ressourcenschonender und energieeffizienter gestaltet werden können.

Schülerinnen im Haus der Zukunft am brainstormen
Workshop mit Schüler*innen. © InNoWest, Marela Steinicke

Den eigenen digitalen Fußabdruck hinterfragen

Neben der Herstellung stand auch der eigene Konsum und die Nutzung im Fokus. Mit Klemmbausteinen wurde der eigene digitale Fußabdruck hinsichtlich des CO₂- und Wasserverbrauchs sowie Arbeitsbedingungen nachgebaut, gemeinsam diskutiert und hinterfragt. 

„Die Jugendlichen haben einen sehr reflektierten Blick auf ihre Social Media Nutzung, doch das eigene Verhaltensmuster zu durchbrechen braucht Unterstützung und eine Idee davon, welche alternativen Aktivitäten entspannend und unterhaltend wirken“, sagte die Workshopleitung Marela Steinicke von der TH Brandenburg. 

Die Spannbreite beim Zugang zu digitalen Medien ist bei den 14 bis 15 Jährigen breit gefächert: Während Einzelne kein eigenes Smartphone besitzen, können andere über die Nutzung ihres Smartphones völlig frei entscheiden.

Plakat zum Brainstorming für ein nachhaltiges Produktdesign
Brainstorming zum nachhaltigen Produktdesign. © InNoWest, Marela Steinicke

Der Workshop ist Teil unseres InNoWest-Projekts „Gemeinsam Digitalisierung nachhaltig gestalten“. Ziel ist es, Menschen in Nord-West-Brandenburg für die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Digitalisierung zu sensibilisieren und ihnen aufzuzeigen, wie sie digitale Zukunft nachhaltig mitgestalten können. Gleichzeitig unterstützt das Angebot Schulen bei der Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und lässt sich in verschiedene Unterrichtsfächer integrieren.

 Auch in Zukunft sollen Workshops im "Haus mit Zukunft" stattfinden. Wir bedanken uns für die tolle Zusammenarbeit!

 

Marela Steinicke
Autor*in

Marela Steinicke

Citizen Science + digitale Kompetenzen