TransferTalk: Soziale Innovationen und die Rolle von Hochschulen

Gemeinwohl

Beim dritten und letzten Online TransferTalk im Sommersemester 2026 im Rahmen von InNoWest zum Thema Soziale Innovationen und die Rolle von Hochschulen war am 1. Juli 2026 Daniel Krüger von der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund zu Gast.

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Der Begriff „Soziale Innovationen“ wird vielfach verwendet und zeigt sich dabei in meist in unterschiedlichen Definitionen. Edwards-Schachter und Wallace (2017) haben über 250 Definitionen aus der Literatur herausgearbeitet. Zu Beginn seines Vortrags widmete sich Daniel Krüger daher einer begrifflichen Einordnung und kondensierte die diversen Merkmale des Begriffes nach Rüede und Lurtz (2012) auf den normativen Aspekt etwas gutes in der Gesellschaft zu leisten und soziale Praktiken oder Strukturen zu verändern. Er zitierte die verbreitete Definition von Howaldt und Schwarz (2010):

Howaldt und Schwarz (2010)

Eine soziale Innovation ist eine von bestimmten Akteuren bzw. Akteurskonstellationen ausgehende intentionale, zielgerichtete Neukonfiguration sozialer Praktiken in bestimmten Handlungsfeldern bzw. sozialen Kontexten, mit dem Ziel, Probleme oder Bedürfnisse besser zu lösen bzw. zu befriedigen, als dies auf der Grundlage etablierter Praktiken möglich ist.“

Daniel Krüger machte deutlich, dass Wissenschaft, Wirtschaft, Regierungen, Verwaltung und Zivilgesellschaft gemeinsam Teil von Ökosystemen Sozialer Innovationen sind und in diesen alle gesellschaftlichen Akteur*innen dazu beitrügen, gesellschaftliche Herausforderungen durch soziale Innovationen zu adressieren. Solche Ökosysteme wurden dabei als Gesamtheit aller Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren beschrieben (Anion & Alperstedt 2021) – wobei ausdrücklich betont wurde, dass diese Rahmenbedingungen nicht zwangsläufig förderlich sein müssen. Als Beispiel kann hierfür die klassische Entrepreneurial University dienen, die sich lange nur auf technologische und wirtschaftlich verwertbare Innovationen bezog. Dennoch können auch soziale Unternehmer eine treibende Kraft für die Entstehung und Verbreitung Sozialer Innovationen sein, so Krüger.

Hochschulen als Akteur*innen Sozialer Innovationen

Im Anschluss richtete Daniel Krüger den Blick auf die konkreten Aktivitäten deutscher Hochschulen im Bereich Soziale Innovationen. Die Sozialforschungsstelle der TU Dortmund selbst ist nicht zuletzt aufgrund ihrer diversen Publikationen zum Thema eine bekannte Einrichtung in diesem Forschungsfeld und Mitbetreiber der SIGU-Plattform des BMFTR zur Information und Vernetzung von Akteur*innen. Eine aktuelle Befragung von Bauer et al. (2026) zeigt jedoch, dass sich nur ein Drittel der Hochschulen in Deutschland selbst Aktivitäten zuschreiben, die mit Sozialen Innovationen zu tun haben. Offen blieb dabei, ob es keine weiteren Aktivitäten gibt oder ob dies einer engen Definition von Sozialen Innovationen geschuldet ist.

Der Referent gab dazu einen Überblick über bestehende Studiengänge, Labs und Observatories, die sich diesem Themenfeld an Hochschulen widmen. Ergänzend beleuchtete er die Infrastrukturen, die hierzulande bereits aufgebaut wurden, sowie relevante Akteur*innen außerhalb des Hochschulsystems wie etwa SEND e.V. (Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland), die das Feld mitgestalten.

An den Impuls schloss sich eine lebhafte Diskussion an. Im Zentrum standen dabei Fragen zur Verwendung des Begriffes in Praxisprojekten und in Projektanträgen und die Frage nach der Messbarkeit der Wirkungen von Sozialen Innovationen. Die Diskussion zeigte, wie groß das Interesse an einer praxisnahen Übersetzung des Konzepts in Förder- und in weitere Praxiskontexte ist. 

Das Herbstprogramm des InNoWest TransferTalks wird an dieser Stelle und auf den Seiten der FHP im September 2026 erscheinen.

Präsentation

Hier finden Sie die Präsentation vom TransferTalk.

Soziale Innovation und Gemeinwohlorientierte Unternehmen

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Stefan Raich
Autor*in

Stefan Raich

Projektkoordination + Weiterentwicklung Transfer

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