
Vom Schutzwall zur Brücke - warum eine resiliente Wissenschaft auch den Kontakt zu Bürger*innen pflegen sollte
Am 8. Juli 2026 fand in Potsdam eine Tagung zur „Resilienz des deutschen …
Die Entwicklung des RAG-KI-Chatbots begann im April 2024 im Rahmen eines Ideenwettbewerbs unseres Teams für Akteur*innen in Nordwestbrandenburg. Ein Amtsleiter der Stadt Brandenburg an der Havel reichte die Idee „KI-Chatbot für die kommunale Verwaltung“ ein. Prof. Dr. André Nitze und Marvin Prigenitz übernahmen die Bedarfserfassung von Kommunen in Form von Workshops, die technische Konzeption und die Softwareentwicklung in diesem Transferprojekt.
Die Projektdurchführung umfasste die Beratung von interessierten Kommunalverwaltungen zum Testen des Prototyps, die Analyse ihrer Datenstrukturen sowie die Übersetzung kommunaler Anforderungen in eine datenschutzkonforme Systemarchitektur. Ein Schwerpunkt lag darin, durch praxisnahe Vermittlung Berührungsängste gegenüber Künstlicher Intelligenz abzubauen und die digitale Souveränität der Kommunen zu stärken.
Unser Prototyp basiert auf dem Prinzip: „Retrieval-Augmented Generation“ (kurz RAG). Es kombiniert ein lokales Sprachmodell (LLM) mit einer Vektordatenbank, um präzisere, nachvollziehbare und quellenbezogene Antworten zu generieren und Halluzinationen zu reduzieren. Weitere Merkmale sind:
Lokale Suche in großen Datenbeständen: Mit dem RAG-System können große Datenbestände wie z.B. alle Dienstanweisungen einer Kommune oder auch ein ganzes Intranet oder Organisationshandbuch durchsucht werden, ohne die Dokumente jedes Mal neu laden zu müssen. Die rein lokale Suche und Verarbeitung ermöglicht das höchste Maß an Datenschutz für die internen Daten.

TIPP: Sehen Sie sich den Mitschnitt zu unseren "Demo Days" an, in dem wir die Hintergründe und die Funktionsweise des RAG- und des Bürger*innen-Chatbots näher erläutern. Im Video wird auch noch einmal grob auf die Projekthistorie eingegangen. Das Video wurde Ende 2025 aufgezeichnet, um über das Projekt zu informieren und Testkommunen für den Bürger*innen-Chatbot zu finden.
Um das Video anzuzeigen, stimmen Sie bitte der Einbindung via Vimeo zu.
Sie können den RAG-KI-Prototyp 1.0 auch selbst testen - er beantwortet hier Fragen zu InNoWest auf Basis der Webseiteninhalte (www.innowest-brandenburg.de)
Nach einer intensiven Entwicklungs- und Testphase wurde der erste RAG-Prototyp im Sommer 2025 durch qualitatives Feedback und Interviews mit Praxispartnern erfolgreich evaluiert. Die Erprobung zeigte, dass ein vollständig lokaler Betrieb in kommunalen Rechenzentren technisch umsetzbar ist und unter geeigneten Rahmenbedingungen datenschutzkonform gestaltet werden kann („Technology Readiness Level“ 5–6). Seit Anfang 2026 wird der erste Prototyp planmäßig pausiert und der Fokus auf der Weiterentwicklung und Praxistest des wartungsarmen Perplexity-Bürger*innen-Chatbots gelegt.
Die im Rahmen des ersten Prototyps gesammelten Erfahrungen und Rückmeldungen der Praxispartner*innen bilden die Grundlage für mögliche Weiterentwicklungen. In diesem Rahmen verfasste Marvin Prigenitz die Masterarbeit „Zentrale Herausforderungen bei der datenschutzkonformen Umsetzung eines RAG-KI-Chatbots für öffentliche Stellen" zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für einen datenschutzkonformen Einsatz.
Als mögliche Weiterentwicklung „RAG 2.0“ wird aktuell ein interner Betrieb in einer in Deutschland betriebenen Cloud-Umgebung geprüft. Voraussetzung wären geeignete technische, organisatorische und vertragliche Datenschutzvorkehrungen. Damit könnte die Lösung nicht nur lokal, sondern auch innerhalb einer kontrollierten Cloud-Umgebung betrieben werden. Gleichzeitig soll sie weiterhin große Dokumentbestände und seitenstarke Dokumente verarbeiten können und eine hohe Skalierbarkeit bieten.
Die bereits im ersten Prototyp erprobte semantische Suche könnte in einem Prototyp 2.0 weitergeführt und für große Dokumentbestände ausgebaut werden. Dadurch lassen sich Inhalte nach ihrer Bedeutung und nicht nur anhand einzelner Stichworte auffinden. Ergänzend wären KI-Agentenfunktionen denkbar, die bei der automatisierten Recherche, Strukturierung und Bearbeitung von Informationen unterstützen. So könnte der Prototyp 2.0 die Vorteile einer skalierbaren Cloud-Infrastruktur mit den Anforderungen an interne Nutzung, Datenhoheit und moderne KI-gestützte Arbeitsabläufe verbinden.
Die finale Entscheidung zur Weiterentwicklung des RAG-Prototyps wird im Herbst/Winter 2026 getroffen.



